470 Millionen Euro für den Ausbau der Wasserstraße Donau
ENNS/WIEN/MÜNCHEN. – Ein starkes Plädoyer für die Binnenschifffahrt richtete Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka an die Teilnehmer des Internationalen Wasserstraßenevents, der Freitag Abend, 8. September, an Bord des Ausflugschiffes "Donaunixe" im Ennshafen über Initiative von Ennshafen-Aufsichtsratsvorsitzendem BR-Präsident Gottfried Kneifel stattfand: Bis zum Jahr 2015 soll der Gütertransport auf der umweltfreundlichen und kostengünstigen Wasserstraße Donau auf 25 bis 30 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt werden. Roadpricing, überlastete Autobahnen und Transitrouten, Abgasprobleme – im Vergleich zum umweltschonenden und dazu wesentlich billigeren Verkehrsmittel Donauschiff haben klassische LKW zunehmend "schlechte Karten": 470 Millionen Euro an Investitionen sieht daher der "Nationale Aktionsplan Donauschifffahrt" (NAP) der Bundesregierung vor. Dazu Verkehrsstaatsekretär Kukacka im Ennshafen: "Schwerpunktmäßig werden diese Mittel in den Fahrrinnenausbau der heimischen Donau, in die Neukonzeption der Schleusenanlagen, in ein Projekt zur Minimierung der Pegelstandsschwankungen und in den Ausbau der Häfen investiert. Vorrang genießt auch das neue Binnenschiffahrtsinformationssystem 'Donau River Information Services' (DoRIS)." Kukacka unterstrich auch die Schlüsselstellung des Ennser Hafens als rasch wachsender trimodaler Verkehrsknotenpunkt, der die Verkehrsebenen Wasserstraße, Eisenbahn und Straße miteinander verbindet. Deshalb werde im Zuge des derzeit laufenden Ausbaus des Logistikzentrums am Standort Ennshafen ein "Donauschiffahrts-Informationszentrum" eingerichtet. Ennshafen-Aufsichtsratsvorsitzender Präs. Kneifel: "Wir haben diese Zukunftsperspektive frühzeitig als Vorteil für unseren Hafenstandort erkannt und unterstützen Bau und Betrieb dieses Informations- und Schulungszentrums mit ansehnlichen Mitteln." Ein klares "Ja" zum Ausbau der europäischen Transitachse Donau kam beim Ennser Wasserstraßenevent auch vom bayrischen Staatsminister Erwin Huber. Entscheidungen zur Beseitigung der verkehrsbehindernden Niedrigwasser-Stelle im Bereich Vilshofen-Straubing seien von der Bundesregierung in Berlin noch für heuer zu erwarten, so Staatsminister Huber an Bord der "Donaunixe". Gemeinsam unterstrichen Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka und Bundesratspräsident Gottfried Kneifel die besondere "Umwelt-Relevanz" der heimischen Binnenschifffahrt: "Wenn man bedenkt, dass ein Schubverband (darunter versteht man ein Motorschiff, das bis zu vier Güterschiffe schiebt), bis zu 150 Lastkraftwagen oder eine LKW-Kolonne von zehn Kilometer Länge ersetzt, so zeigt dieser Vergleich das gewaltige Potenzial der Schifffahrt. Dieses Potenzial muss schrittweise gehoben und genützt werden. Den Weg zu optimalen Rahmenbedingungen, eine adäquate Wasserstraßeninfrastruktur, trimodalen Häfen, modernen Schiffsflotten, neuesten Informationstechnologien und flexiblen Transportservices auf der Donau werden wir jedenfalls konsequent fortsetzen".
